BILD UND GEDICHT

Bilder von Laila Serifi

Texte von Bernd George

Wenn du Gefallen an der Kombination Bild und Gedicht findest, so hast du die Möglichkeit, ein Bild-Gedicht-Band mit den Inhalten zu erwerben. 

BUDDHA LÄSST GRÜßEN

 

das Viereck bildet         einen  Raum

   das Leben kann       sich gestalten

      wie in einem           wachen Traum

   entstehen die vier Gewalten

Feuer spendet und verzehrt

Erde trägt und ernährt

Wasser schützt und gebärt

Luft  die Freiheit

des Geistes gewährt

      Furchtlosigkeit         lässt  uns ins   Leben schreiten

Gleichmut trägt uns

über Unglück hinweg

Freude zeigt uns

tausend Ewigkeiten

Liebe erfüllt den höchsten Zweck

 

 

NAMENLOSE SCHÖPFUNG

 

ich knie betend auf einsamen Hügel

gesenkt das Haupt in Demut

 

fast erloschen ist aller Mut

befruchtender Segen erhebt die Flügel

ein sanftes Rauschen drängt sich heran

meine Flamme warm wieder leuchten kann

ich möchte von Herzen dankbar sein

bewahre die Hoffnung im heiligen Schrein

und frag nicht

nach des Schöpfers Namen

 

Die  sinnliche  Lust  der  Muse

 

 

 

DIE SINNLICHE LUST DER MUSE 

                

in beliebiger Verkleidung komm ich zu dir

erfülle deine geheimen Wünsche dir

schlüpfe in deine Träume hinein

und lass sie auf dich wirken

 

ich führe dich in den Sonnenschein

zur sprudelnden Quelle

im lichten Birkenhain

Natur scheint sich mit uns zu vereinen

 

in liebender Lust gereinigt

schauen sich unsere Herzen an

Traum und Liebe haben sich geeinigt

Verborgenes im hellen Lichte tanzen kann

 

 

TITANIA UND OBERON

 

bedecke mich mit deiner Nacktheit

wärme meine Schenkel mir

Körper vibrieren mit allen Sinnen

eine Saite meines Instruments erklingt

du bist der virtuose Spieler

die Resonanz für dich bin ich

ein Ton verlässt mein heißes Drängen

über die weite Welt er schwingt

erweckt die Sehnsucht nach Berührung

in fernen Sternen gar

ich umarme deine Stärke

die sich zitternd an mich legt

 

du dringst tief in mich hinein

und strömst mir warm entgegen die ganze Welt beginnt zu wachsen 

      das Leben sprengt den kalten         Stein

 

 

STILLES TREIBEN

 

 Wiese grün und viele Gräser

 Hunderte wiegen sich

Wind streicht umher

Gemeinsames Erleben

Duften, Rascheln, Verlocken

Schmetterling oben sieht zu

Blume leuchtet dazwischen

prall

Eng umstanden umringt von Grün

Fließendes Kleid weitet sich dahin

Fremd unter Vielen steht sie für sich

Eine bunte Zier Ausruf ohne Ton

Schmetterling spielt mit  Wind

Amor

findet unerwartete Gestalt

          Weiß es selber nicht            im Schweben Farbe

   gesellt sich zu Farbe

                                                                                                          Rüssel zart sinkt ins Paradies

FORM

 

Himmel blau und hoch

Licht durchtränkt über der Erde

braun und warm Unschuld noch

 Berührung liegt

in Horizont Ferne

kaum ein Traum unendliche Annäherung

Licht dringt ohne Hemmung

durch die Leere

zwischen beiden Polen erhebt sich Form und Leben tausendfaltigfach

 

Erfolg

 

Die Luft hat

Den Regen

Das Wasser hat

Den Wind

Die Erde hat

Den Mond

Das Feuer hat

Das Holz

Der Baum hat

Die Sonne

Das Tier hat

Die Nahrung

Die Blume hat

Den Kolibri

Der Mensch hat

Das Leben und den Tod

 

Und du hast mich

 

 

 

PSSSSST!

 

du störst mich in meiner

unerträglichen Ruhe

deine lauten Gefühle

dröhnen in meinen Ohren

 

sie fallen durch mein Herz

schwirren in meiner Einsamkeit

du fängst sie wieder ein

weckst mich auf damit

 

und störst mich

in meiner

konstruierten Welt

 

 

 

VORSTELLUNG

 

er hat eine Vorstellung

von ihr

sie hat eine Vorstellung

von ihm

Vorstellungen werden vorgestellt

freie Auswahl

zwischen den Vorstellungen

ist vorstellbar

VERMÄCHTNIS AN DIE JUGEND

 

Ich hoffe, du bleibst wie du bist, 

wenn du mit Lebenslust 

hineingeboren wirst in das Paradies, 

das wir geschaffen haben 

für dich zum Leben.

Vermeide mit deiner Wachheit 

die Flut von Täuschung und Enttäuschung und verzweifle nicht an deinen Zweifeln an der Welt 

der Gaukeleien, die dir von uns 

als wertvoll angepriesen werden.

Mit leichtem Schulterzucken 

beantworte unsere sinnleeren 

Versuche unserem Leben

einen Sinn zu geben, 

indem wir dich glauben lassen, was unser Versagen geworden ist.

Der Zustand der Welt von uns                                                                                                         sagt mehr  als alle Worte über uns. 

Vergesse es nicht!

UNTERGANG

 

  Heute geht’s uns gut

        Morgen geht’s uns besser

                  Übermorgen geht’s uns am Besten

                                       Heute geht’s der Erde gut

                                               Morgen geht’s der Erde besser

                                                        Übermorgen geht’s der Erde am Besten

 

                                                                                                   Was wollen wir mehr

 

PHÖNIX AUS DER ASCHE

 

Zusammenhänge in Frage stellen

Chaos schaffen für Neubeginn und Wandel

Schöpferischen Geist freisetzen

Neuordnung der immer gleichen

Bauklötzchen und Staubkörnchen

Urelemente des Lebens schaffen

Der Mensch ist der Schaffende

Der alles anzieht und um sich schart

Eine neue Sonne entsteht

Ein neuer Stern

 Ein leuchtender Geistesfunke

Zusammenhänge und Verbindungen

Linien, Ströme, Bahnen, Strukturen

Chaos gebiert Leben 

Unverwechselbar, einzigartig, vollkommen 

Im Moment der Entstehung 

Ein neuer Funke 

                                                                                                    Phoenix aus der Asche

                                                                                                    auf seinem Weg des Vergehens

VEREINIGUNG

 

Hoch am Himmel steht die Federwolke

wie kann ich auf ihr schweben

ihre Leichtigkeit

kann meiner Schwere

nicht entgegenstehen

ohne zu verwehen

 

mein mächtiger Sehnsuchtswunsch

soll mir weiße Federflaumflügel schenken

mit offenen Augen hinaufschwingen

hinaufkreisen zu ihrer luftigen Höh`

 

die enge Nähe im hellen Sonnenlicht

besiegelt die Grenze

zwischen ihr und mir

ich kann sie nur trinken

mit meiner Seele

und verwandelt versinken im Federwolkenhauch 

 

YOU SHOULD KNOW

 

         es gab so viele Menschen

die gehört sein wollten

ihr Mut fand nie ein Lied

ihr Schmerz fand nie ein Gefühl

ihr Ertragen fand nie eine Stütze

ihr Hunger fand nie ein Brot

ihr Körper fand nie tröstende Hände

ihr Kind fand nie ein Leben

ihre Verzweiflung fand nie Gehör

ihr Todesschrei fand nie ein Ohr

ihre Schänder fanden nie eine Verdammnis

ihre Mitmenschen erfanden

ihre blinde Selbstsucht

alle fanden

das sei die Ordnung der Welt

Glück 

fand aber niemand nie

EINEN AUGENBLICK BITTE

 

verlockende Verführung

schreitet heran

streifende Augen

 unterliegen dem Bann

mein heißer Blick

greift zwischen geschlossene Beine

der dünne Stoff

bildet  Trennung alleine

unerforschte Wege

lassen Hormone erklingen

in verbotenes Reich

möchte ich tiefer dringen

der schnelle Schritt

  wird verstreichende Zeit

der kurze Tagtraum

erscheint wie eine Ewigkeit

 

 

 

EINFACH

 

Lasst uns einfach

einfach sein

Das ist so einfach

Dass wir es einfach

nicht glauben

Es ist einfach verdächtig

Dass es einfach sein kann

Das Paradies ist einfach

nur da

Wir wollen einfach

nicht hinein

Wir denken zweifach

         Und das ist einfach

einmal zu viel

 

ARMUT 

 

ein reicher Mensch wird arm und weint

wer die Entbehrung nicht fühlt 

wird geizig

wer sich von  Macht ernährt 

wird hungrig

geistige Armut aber 

schreitet befreit

durch die Pforte

 

MODERNES  BEWUSSTSEIN

 

in des Spiegels gewellter Bewegung

brechen sich halbe Reflexe

indirekt leichte Begegnung

halbherzig erahnte Schätze

 

ungerichtetes Auge

in seiner Richtung verharrt

in gebrochene Wahrnehmung vernarrt

 

 

 

BLENDUNG

 vorgestellter Glaube

 führt zu halbfertigem Streben

 beschränkt reiches Leben

  

in angstbefreiter Ansicht

den Kopf erhoben tragen

Natur und Mensch direkt ertragen

 

entlarvt des Spiegels Blendung

zieht den behindernden Schleier zurück

von leichtfertig vorgestelltem Glück

ILLUSION

 

ein schwarzer Punkt, einem Sandkorn gleich, erscheint

eine salzige Träne wird

von einem Auge geweint

am fernen Horizont entsteht dunkle Nacht

es erhebt sich taumelnd fremde Macht

ein letzter Laut

in der Stille

verweht

das Bild der bunten Welt vergeht

der Gedanke in Betäubung verharrt

das Gefühl ist in sich selbst vernarrt

es krümmt zum Kreise sich                                                                                                               der Weg

im steigenden Wasser ertrinkt

der Steg

keine Freude kann

in deine Nähe gelangen

keine Verzweiflung kann

den Schatten bannen

  

 

SCHWARZER RABE IM WEIßEN SCHNEE

 

        Was willst du hier

         Du fällst auf hier

Wie die Sonne In der Nacht

Ein fliegender Schattenriss

                Bist du   

dein Ruf Bleibt ohne Antwort

Aber er klingt In meinem Ohr

Meine Augen Sehen dich

Meine Hand Will sich öffnen

               Für dich

Dankbarkeit Wärmt mein Herz

     Für den kurzen Moment

        Da du In den Himmel

     Unsichtbar  entschwindest

DAZWISCHEN

 

die Katze besingt mit     ihrem Todesbiss

ihre Liebe zum Leben

die Sonne

verwandelt die vollendete Schönheit

des Eiskristalls

in wogendes Wasser

 

 

mit höchstem Glück

zerbeißt  das weiße Schaf

die Kinder der Gräser

die kriechende Raupe ist die Quelle

für  den Schmetterling

der wärmende Schein des Feuers

hinterlässt unfruchtbare Schwärze

und ich trinke mich

an deiner Seele satt

und sehe Glück 

in deinen Augen                                                                                                           

 

LAUFBAHN

 

mein lebendiges Herz 

hält mit starker  Hand

     meine schnelle Bewegung 

wie an einem Band

eine Mitte entsteht

im kreisförmigen Lauf

der Schwung ist endlos

er hört nie auf

stark geblendet vom

 äußeren Schein

lenkt spiralförmige Bahn

mich ins Innere hinein

 die wachsende Sehnsucht

wendet sich dem Ursprung zu

im tätigen Schaffen finde ich dort ewige

 Ruh 

 

 BUNT

 

der Regenbogen erst

offenbart das Weiß

die Wahrheit

ist

 im Weiß enthalten

die Vielfalt

vereinigt

sich in Einfalt

die Weisheit aber

blendet zu stark

 die Buntheit sehen

 kann man lernen

 der Regenbogen

  leuchtet tief

   ins Gemüt hinein

DER WANDERER

 

Du hast einen Glanz

Vor Augen 

Du gehst darauf zu

Du ergreifst ihn mit der Hand Voller Sehnsucht

Du ahnst, fast am Horizont 

Einen anderen Glanz

Du machst dich auf den Weg 

Und lässt liegen

Was du schon ergriffen hattest

Hoffnung auf Erfüllung 

Leitet dich

Ganz nah bist du 

Und ergreifst mit der Hand

Und erkennst schon im Greifen 

Eine neue Spur

Du machst dich auf den Weg  

Und du...

 

SCHWARZWEIß

 

ER ist weiß oder schwarz

Ich weiß es nicht

ER ist da oder nicht

Ich weiß es nicht

ER SIE ES wird kommen

Verlangt Hingabe als Lohn

Das ist gewiss

Seit dem allerersten Augenblick

Ist Er der Herr allen Lebens

Wir genießen die Zeit dazwischen

ZAUBERSPRUCH 

 

Sonne, verbrenne, verglühe dich

Sonne, bescheine, belebe mich

Sonne,  erhebe,  erfülle dich

Sonne, durchdringe, durchbebe mich

Leben, bewahre, bewähre dich

Leben, erleuchte,ermutige mich

Leben, verteile, verströme dich

Leben,verwandle, versöhne

mich

Liebe vollbringe, vollende

dich

     Liebe, erfasse, erobere mich

    Liebe, verschenke, verstrahle

                          dich                          Liebe, umschwebe, umarme                                                                                                                                                mich  

 

 

NICHT  MENSCHENWERK

 

die gleißende Linie

am fernen Horizont

trennt

hell und dunkel

Tag und Nacht

 

messergleich

nichts Halbes

nichts Ganzes

kein Schatten

nur Licht

nur Licht

 

diese

Klarheit und Wahrheit

von der Schöpfung vollbracht

 

FERNE GELIEBTE

 

Mein Herz

ist weich und horcht, es spricht:

Blumen leuchtet Büsche bebt 

Gras tanze 

großer Garten dein Geist singe 

dass es weithin schallt

ruft nach ihr vereint

Kolibri fliege weit und

zeige dich im Sonnenstrahl 

ihr

Ihr Bilder wo ist eure Herrin 

lasst die Farben strömen

ein Regenbogen entsteht

am Horizont als Gruß

Ihr Sterne schleicht euch 

in ihr Herz bei Nacht

lasst sanftes Licht erstrahlen 

in der dämonischen Nacht

 

Oh, unzählige Tränen

schmelzt auf das Eis des Herzens 

und lasst es  wieder schlagen

AUF EINMAL

 

Im weiten grünen Rund

stehen Marmor weiße Steinriesen

wie auf der Hand von Erdmutter

 

Oben wölbt sich die blaue Iris

strahlend von weichem Gold Licht

 

Zaghaft öffnet sich fruchtbare Erde

Eine kleine Bewegung reckt sich empor

 

Ein tiefer Ton weht von den Marmor Riesen her

wie von Erleichterung und Freude

Verwundert lauscht der Lebenssprössling

und zieht sich nicht sogleich zurück

Öffnet seine ungewohnten Sinne wie von Neugier gerufen.

Ein Gärtner eilt frohgemut hinzu und flüstert leise: Du darfst bleiben 

Der Sprössling richtet sich weiter hinauf wie von Leben durchpulst 

Der Weg liegt in ihm vor ihm verborgen 

seine Sinne suchen im Außen.

Erinnerung schimmert von weit her manchmal auf 

dann fühlt er sich auf einmal geborgen 

Und vergisst es bald wieder drauf. 

Vertrauen

Bewegung des Blattes

Schrei des Vogels

Lächeln des Kindes

Reflex des Lichtes

 

Verzögerung des Schrittes

Regung des Gedankens

Bruchstücke des Traumes

Wachheit des Instinktes

 

Klugheit des Verstandes

Ruhe des Gebetes

       Schweigen des Verlangens              werden Weg des Lebens 

 

 

DIE EWIGKEIT IST SCHÖN

 

Nein  nicht langweilig

Und ohne Ergebnis

Vorwärts gehen wir

Und rückwärts zur gleichen Zeit

Das Neue taucht auf

Und wird alt

Das Alte taucht auf

Und wird neu

 

In meinen Armen bist du

Du bist die alte erste Liebe

Neu erlebt und doch gekannt

Das Alte neu entstanden

 

Die Liebe ewig entflammt

Verbrennt das alte Haus

Um uns herum

Heiß liegen wir beieinander

 

 

Ja - die Ewigkeit ist so schön

 

 

 

 

DAS EIGENE UND DAS FREMDE

 

unbeirrt musst du weiter

dringend ist dein Entschluss

eilend deinem Aufbruch entgegen

 

folgend deinen beständigen Träumen

entweichend den haltenden Händen

schließend die weinenden Augen

verstopfend die lauschenden Ohren

 

gestärkt durch seelische Not

ermutigt von erwachender Hoffnung

fragend gemeinsames Leben betrachtend

unterscheidend dich und mich

 

 

 

 WAS ICH EIGENTLICH SAGEN   WOLLTE

 

Mit Sehnsucht nach dir bin ich auf meinem Weg

Was an Leben sich bewegt ist wie durch Wasser gefiltert

Unstillbare  immerwährende Sehnsucht

Der strahlende Sonnenuntergang am rauschenden Meer

Kein Trost für meine Augen

Erwartung    Hoffnung   Freude

Zugleich auch    Kälte    Trauer    Schmerz  

Unbegründbar  beides einfach nur da von Geburt an beides

Welcher Weg  mich zu dir führt steht in den Sternen  oder  hinter den Sternen  auch

Wer du bist  frag ich mich

Wie ich dich erkenne frag ich mich wenn mein Blick auf dich fällt

Bist du ein Köder für den Fisch im blauen Wasser

Öffnest du eine Tür in meinem Herzen  dass es schmerzt

Bist du ein Duft    der mich sanft berührt und verführt

Bist du alles auf einmal Ankunft    Abreise    Weg

Ich bin beschenkt von dir und halte nichts in meinen Händen

Ich öffne meine Augen  nach traumverwirrter Nacht

Der neue Tag ist neue Verheißung heute kann es möglich sein

Den Tag des Glücks will ich nicht verschlafen

Blind sein darf ich nicht

Der Kreislauf des Lebens   

vollendet durch Sehnsucht  

 nach dir 

 

 

 

AM STRAND 

 

Lebendigkeit quillt jubelnd

ungewohntem Abenteuer entgegen

unbedeutendes Sandkorn

feucht unter tausenden lagernd

 

 

von leichten Wellen umspült

haftet nichtsahnend unschuldig

von plötzlicher Bedeutung erschüttert

auf sonnenwarmer Haut

 

 

stoische Hand der Mutter

schafft unbeirrte Ordnung

reißt unerschüttert den spielenden Traum

entzwei

 

 

 

 

 

 

 

 

UNSCHULD

 

 Pferd braucht immer einen Reiter

 

so denkt der Mensch

 

und steigt hinauf

 

obwohl es alleine laufen könnt

 

  

Pferd gönnt es dem Menschen

 

Herrschaftswille ist ihm fremd

 

 

PRACHTSTÜCK

 

Ein Prachtstück

Und

Ein Prachtstück

Sitzen

Prächtig zusammen

Gemeinsam vermehren sie die Pracht

Leider

Kommen sie

Nicht

In ihrer Pracht zusammen

Prächtig

Ist nur

Ihr Schein

Jeder ist

Mit sich

 

Allein

EIN TAG WIE JEDER ANDERE 

 

ich möchte jeden Tag mit Herzklopfen

in dich verliebt sein

in meinen Träumen möchte ich

nach dir schreien

auch wenn du warm und weich

mich  unbewusst umarmst im Schlaf 

ich wünsch mir dass du dir alles wünscht von mir

und ich möchte alles wünschen dürfen von dir

ich möchte deine Haut fühlen

auf der anderen Seite des Berges

ich möchte deinen Ruf empfangen

wenn ich im kalten Eis begraben bin

komm mich besuchen

wenn ich dich gerade nicht erwarte

die Erinnerung an dich strahlt aus meinen Poren

mein Duft zeichnet die Formen deines Körpers  nach 

 durch meine Augen sollen Sterne auf dich blicken  wenn ich in deinen Armen                                                                                                                    liege in der Nacht

DAS ÜBLICHE

 

Ehe ohne Lust Mann und Frau Voll von Frust

Über 50 läuft nichts mehr Es muss ein neuer Partner her

Hund und Katze ersetzen Kind Wer anders denkt, der spinnt

Ich würde so gern was andres tun Doch ist es schön im Sessel auszuruhn

Ich leb wie ein beauftragter Stellvertreter

Was andere wollen, will ich nur etwas später

Kinder sind jung und quälende Qual

Eltern im Altersheim sind vollkommen egal

Das Herz liegt in Jesu geöffneter Hand

Wer nicht mitzieht, steht schnell an der Wand    

Toleranz ist weltweit gespannt 

Störende Länder werden gleich verbrannt 

Die innere Stimme nicht mehr klingt                                                                                                    Das Äußere dafür ins Auge springt

Individualität ist besonders heutzutage gefragt

Man muss sich entscheiden zwischen Glatze oder Zwirbelbart

 

 

 

 

 

IM HALBSCHATTEN

 

im Halbschatten

wird’s mir

nicht heiß

 

nur frag

ich mich

ob ich auch

 

richtig zufrieden bin

KRITIK  DER  VERNUNFT

 

ein Regenwurm schaut zur finstren Erde hinaus

er will sich neu erleben

mutig kriecht er schnurstracks heraus

dem hellen Licht ergeben

 

geblendet blickt er um sich her

die Wucht des Neuen trifft ihn schwer

sein Wissen ist hier vergebens

die Sonne beraubt ihn fast des Lebens

 

Rettung bietet unverhoffter Regen

eine hilfreich schützende Hand

begleitet ihn auf weiteren Wegen

 

bewusst hat er dies nie erkannt

zum Glück fehlt ihm abwägend kritischer Verstand

 

Erfüllung hat ihm Recht gegeben

BESONDERST 

Ich bin etwas Ich bin etwas Besonderstes

Ja, ich bin anders Als Du oder etwa Du da

Zufrieden kann ich nur sein wenn ich  heraussteche

Aus dem Dunstkreis Der Du´s und Du´s

Ich kann schreiben Jedermann will es können

Ich bin im Theater und Film Du und Du auch

Ihr zahlt aber den Eintritt Ich mache Musik

Du und Du auch Ihr lauft mir hinterher

Bis ins Bett Ihr wollt ein Stück

Von meiner Größe Und bekommt 18 cm

Ich Prediger kann predigen

Kunst und Religion Mit großartigen Worten

Genie zu sein ist Himmel Von oben bist du

Ameisen – klein Ich entleere mich auf dich

Du saugst es auf und willst wachsen davon

Erkenne dich selbst! 

Klein zu sein ist

Illusion und Lähmung

Lass die Großen

Großartig sein 

Und geh selber Auf die Suche

 

 

 

 

 

LICHTGESCHENK

 

Aus deinen Augen strahlt es

In unseren Herzen leuchtet es

In meinen Augen funkelt es

Aus unseren Seelen steigt es

 

Vor schwarzer Nacht glitzert es

Über  wartenden Träumen schwebt es

Auf schimmernde Körper rieselt es

 

Vor Glück erwacht das Leben

 

SPÄTE EINSICHT

 

glitzender Eiszapfen entlässt

nicht den zitternden Tropfen an seiner Spitze

luftig leichter Nebel erstreckt sich

weit über das sonnenhungrige Land

 

mutschaffendes Wort verlässt

nicht bebende Lippen des Herzens

 

eiserner Wille erkämpft unermüdlich

gewaltsame Schritte im zähen Morast

 

unbeschwerter Geist glühender Phantasie findet

keine Antwort in unerfühlter Harmonie

 

lähmender Bann der Begegnung mit  anderen

 ertrinkt im reinen Wasser ungetrübter                          Gemeinschaft  

 

ALLES  GESCHIEHT  ZU  SEINER  ZEIT

 

schützender Schleier bedeckt das Wort

verbirgt vor Neugier den mystischen Ort

lässt keimen unschuldiges Gefühl

gestattet  ruhige Einsicht im Gewühl

 

Liebe darf aus Tiefe quellen

Frau und Mann können sich gesellen

Kultur sich formen und gestalten

Weisheit weithin ordnend walten

 

Erkenntnis ereignet sich jederzeit

 Gier danach erzeugt nur Neid

Erkenntnis steht nicht immer für jeden offen

jede Weisheit aber ist Anlass zum Hoffen

 

das Baby reift und tritt ins Leben

ohne aus Eile danach zu streben

die Sonne gestaltet Tag und Nacht

unser Wille hat das nicht gemacht 

DIE MAUER

 

         Wahrheit darf nicht zur

                Lüge werden

       Lüge nicht zur Wahrheit

     Mehrheit beugt Minderheit

         Lüge wird zu Wahrheit

Wiederholt man sie lange genug

   Wiederholung tötet den Geist

     Wachheit erlahmt zu Starre

   Gerechtigkeit gerät zu Unrecht

  Gerechtigkeit hängt am Kreuz

     Seit tausenden von Jahren

             Lieben wir unsere

Liebgewonnenen Gewohnheiten

               Wahrheit brennt

         Auf dem Scheiterhaufen         Unserer vertrauten Gedanken

 

LEBENDIGKEIT

 

Sicherheit will ich aufgeben

 

Unbekanntes in fremden Räumen erstreben

 

Ruhe im Gleichmaß verlassen

 

 Sinn des Lebens erfassen

 

Meine Erkenntnis selber verwalten

 

Meine Wachheit beständig aufrecht erhalten

 

 

 

 

SCHWEIGEN

 

wir schweigen vor einander

wir schweigen vor der Wahrheit

wir schweigen vor der Lüge

wir verschweigen, dass wir schweigen

 

wir verschweigen unsere Gefühle

wir verschweigen unsere heimliche Lust

wir verschweigen, dass wir verschweigen

 

ich will reden:  Über mein Schweigen

 

 

 

VOM  REGEN  WIRD  MAN  NUR  NASS

 

steig nicht auf die Mauer

spring nicht ins kalte Wasser

klettere nicht auf den hohen Baum

mach dir nicht die Schuhe schmutzig

vergesse deine Träume

verstecke dich vor dem Sturm

springe nicht über deinen Schatten

interessiere dich nicht für das Andere

höre

was man dir sagt

lerne

         nicht glücklich zu sein

MIR IST DIE HAND ABHANDEN GEKOMMEN

 

Das Wort Gottes ist

Eine Tatsache

Die Frage aber ist

Wer meint das Wort

Zu hören

Und versteht es nicht

Wer meint das Wort nicht

Zu hören

Und hört es doch

Wer meint das Wort

Zu hören

Und hört

Sein eigenes Wort

Wer meint das Wort

Zu hören und

Hört nur

Das Wort

Eines anderen

Menschen

 

 

 

 

 

ES HAT KEINEN ZWECK 

 

es hat keinen Zweck

sie anzusehen

die Gefühle

bleiben in den Augen stehen

 

die Berührung

lässt das Herz erstarren

bin ganz nah

 muss doch weiter ausharren

 

ihr Körper ruft

fass mich an

 doch sagt ihr Verstand

  du - komm nicht heran

 

 

HUNGER

 

Hunger ist

für die Menschheit

eine Schande

ohne Hunger

findet man

kein Glück

eine leere Schale

lässt das Göttliche

in Erscheinung treten

ein voller Mund

lässt die Seele verstummen

 DAS  ERSTE  MAL

 

mir ist richtig heiß                         

über meine glühende Haut

rinnt wohlig der Schweiß

tiefatmend liege ich still

sie ist meine Braut

ich sie für immer will

meine Schenkel liegen offen

auf dem zerwühlten  Bett 

er hat mich tief innen getroffen

durch meinen Körper laufen Wellen

in dieser ersten Nacht

Lust pocht in meinen Zellen

sie fließen ineinander

zärtliche Augen treffen sich

ich liebe dich sie flüstern  du

zur gleichen Zeit 

beide sind füreinander bereit   

GELÄUTERTE SEXUALITÄT

 

Ha Ha sex sex

Ho Ho sex sex

Ui Ui sex sex

Ja Ja sex sex

Oh Oh sex sex

Na Na sex sex

Ah Ah sex sex

Hm Hm sex sex

No No sex sex

PS PS sex sex

Da Da  6  6

 

12 

VERSPIELTES GLÜCK

 

Wieder sitzt sie neben mir vertraut und störend zugleich

Ihre Nähe öffnet verwachsene Kammern In mir

Licht schleicht herein

Befreit flattern versteckte Geheimnisse weg von mir hin zu ihr

Einen Weg sich bahnend 

Überrascht und verschreckt suche ich in ihren Augen

Bemerkt sie das Verborgene das sich ereignet zwischen uns

Den Schlüssel zu ungeöffneten Türen nimmt sie ihn

Ich aber gehe weiter noch nicht bereit für Nacktheit  zwischen uns 

                                                                                                                           oder doch?

 

WIR  BEIDE

 

Augenloses Staunen

Bedeutungslose Bewegung

Wortlose Gedanken

Absichtslose Berührung

 

Sprachloser Ruf

Fließende Zeit

Gemeinsamer Schlaf

Unbewusste Regung

 

Überwinden Schranken

Getrennter Existenz

 

 

KLARHEIT

 

Diamanten

zeigt euren Glanz

im Glasperlenspiel

der Verblendungen

 

Hohle Phrasen

versinkt in euch selbst

und befreit uns

von eurer Last

 

Eitelkeit

schau in den Spiegel

und

 

erkenne dich selbst

 

 

 

MEDITATION   I

  

die Nerven liegen zum Zerreißen blank

vor Wut werde ich fast krank

 Panik steigt kochend empor

 mache mich selber zum albernen Tor

 

ich blicke  auf mein erstarrtes Herz

bin überwältigt vom wühlenden Schmerz

 leise Stimmen erklingen in innerer Not

 ich erkenne Auftrag und Gebot

 

wachsende Zuversicht gibt den Mut

ich ersticke in mir die heiße Glut

erst in des Lebens glühendem Feuer

werden gefundene Werte teuer

 

 

 

 

MUT

 

Mit ihrem Rot

Lockt die Dornenrose

 

Durch ihren Stachel

Halt ich mich fern

 

Durch ihren Duft

Betörte Sinne

 

Durch ihre Schönheit

Verfliegt die Angst

 

Mit meinem Blut

Ertränke ich den Stachel

  

MEDITATION  II

 

es rufen so viele nach hellem Licht

          in kalter finsterer Höhle

              sie ziehn sich zurück

                von lebhafter Welt

 um Ruhe und Sanftmut zu finden

      in Stille soll sich Schöpfung                              offenbaren

         Erleuchtung erscheinen im                        befriedeten Herz

 was aber bedeuten Stille und Wille

                im Schutzkreis der                               Abgeschlossenheit

     ruhige Insel im brausenden Sturm

        ein stilles Zentrum im Herzen

             das ist der Auftrag allein 

HEUTE

 

Wie eine kleine Flamme

Züngelt das leise Lied

Aus dem Blut der offenen Wunde

Wer soll es noch singen?

 

Der Schmerz der bebenden Seele

Gibt  Kraft und Stärke

Die Hoffnung der Gepeinigten

Singt mit sterbender Stimme

 

Ihr letztes Lied  vom Leben

Schwingt im hellen Himmel

Der Wind trägt es weiter

Wer wird es noch hören?

 

Menschen in Sicherheit und Wohlstand

Hören ihr eigenes Lied der Langeweile

 

Menschen in tiefer Not und großem Elend

Hören ihren eigenen Schrei

 -   als Echo

DER WIDDER

 

Seine Hörner zeigen zu den Wolken empor

er steht wie ein Wächter zum Himmelstor

als Silhouette auf grünem Hügel

ungebunden frei ohne menschliche Zügel

 

sie drängen sich langsam nähernd heran

auf dringlicher Suche nach tierischem Mann

weibliche Sehnsucht nach rauschendem Lustglück

unbewusstes Ahnen von tiefem Mutterglück

 

ihr Duft strahlt in weichen Wellen

erregen in ihm noch schlafende Zellen

bereites Geschlecht stößt ihn fordernd an

er soll ungehemmt zeigen was er kann

 

zitternde Erregung greift summend umher

der Ruf der Weibchen steigert sich sehr

er verschwendet lang aufgesparte Kraft

und spendet schon erschöpft den ersehnten Saft

 

 

 

SPRECHENDE HERZEN

 

                                        wir streiten uns

über

die Religion

den Gedanken

die Emotion

die Wahrheit

aber

hat tausend Gesichter

 

dem Einen

genügt ein Lächeln schon

er entzündet leuchtende Lichter

dafür

an heiligen Orten

die jeder erfühlt

 

 

 

AUFSTIEG ZUM GOTTESACKERPLATEAU

 

Rauschen der Berge Ist

Rauschen der Seele

Klarheit des Lichts Ist

Klarheit der Wahrheit

Gelbe Blume im Felsenmeer Ist

Glück im Unglück

Steiler Pfad nach oben Ist

 Weg zum Ziel

Sturz vom Rande Ist

Gefahr des Lebens

Sonnenaufgang über dunkler Schlucht Ist

Unerwartete Erlösung

Blauer Wasserfall in die Tiefe Ist

Segen von Oben

Freier Blick vom Gipfel Ist

Erkenntnis der Unendlichkeit

Dichter Nebel Ist

 

Anlass für innere Führung